Archive for Dezember, 2008

Auf ins neue Jahr!

Man habe: Hotlinetelefonnotdienst an den Tagen zwischen Weihnachten und Sylvester, keine Anrufer, einen China-Böller-D in der Schreibtischschublade (lag da schon immer!)  und einen iMac.

Man mache: Eine lieben Sylvestergruß mit iMovie.

Man habe überdies: Viel Spass!

In diesem Sinne! Rutscht jut rin!

Fürchterliche Wörter #10 #9.

Heute: morbiditätsorientiert.

Aus aktuellem Anlass sozusagen. #Warten auf den Brief der Krankenkasse mit der neuen Beitragsberechnung.

Fürchterliche Wörter #8

Heute: Sprühregen

Lieber Sprühregen,

lass mich es kurz machen: Verpiss Dich!

Danke!

In diesem Sinne

Dein
olli

Dialoge.

Ich habe mit meinen Leseempfehlungen bzw. meinen Tagesfunden sehr nachgelassen. Nicht aus Faulheit, aber manchmal muss sogar ich arbeiten und es gilt Prioritäten zu setzen. Wie dem auch sei. Heute stolperte ich trotz Arbeit über den Text “Sprich dich aus, Alter”. Dort geht es um Dialoge. Wie häufig sollten sie eingesetzt werden, was macht sie aus und was sollte sie nicht ausmachen.

Meine Dialoge haben sich mit der Zeit entwickelt. Ich bin darüber auch recht froh. In meinen Erstlings (ZweitlingsDrittlingsViertlings…) Werken waren wenig Dialoge. Es waren holprige Texte ala und dann hat er und dann ging er und dann sah er und dann tat er jenes und solches. Mittlerweile habe ich vermutlich einen Hang zum Dialogisieren entwickelt. Ich verfalle nicht so schnell ins Erzählen, wenn ich Dialoge formuliere. Ich bin sozusagen gezwungen, die Dinge zu zeigen.

Der Text auf schriftsteller-werden.de zeigt spannende Anhaltspunkte für die Dialoggestaltung auf, wobei ich mit häufigen, auch längeren, Dialogen nicht solche Schwierigkeiten habe, wie sie dort geschildert werden.

Das digitale Verleihen.

Die Zeit online führte ein Interview mit Claudia Weismann. (Verkaufsdirektorin bei overdrive). Das Gespräch kreiste um das Thema eBooks und ein mögliches Ende von gedruckten Büchern. Weismann sagt: „Den größten Vorteil haben die Bibliotheken: Ein E-Book ist immer verfügbar. Die Bibliotheksnutzer können Wissen jederzeit abrufen. Sie müssen sich nicht ärgern, wenn ein Buch aus dem Bestand verliehen ist.“

Genau das, stellt für mich ein großes Problem dar. Die meisten meiner Bücher habe ich gekauft, weil ich mich nicht mit den Unzulänglichkeiten einer Bibliothek herumärgern wollte. Bücher leihen scheitert bei mir häufig an zwei Hemmnissen: Das Buch ist gerade verliehen oder ich habe gerade keine Zeit extra in die Bibliothek zu fahren. Außerdem kann ich nicht warten. Wenn ich ein Buch haben möchte, dann möchte ich es sofort. Vorbestellen wäre für mich eine Qual. Überdies liebe ich es, ein Buch als Erster zu öffnen. Da sollen nicht schon zig Andere drin herumgefingert, raufgeniest, reingekrümelt oder sonst was mit angestellt haben. Ich bin mir sicher, dass es für meine Eigenarten einen medizinischen Fachbegriff gibt, aber ich stehe dazu.

EBooks würden für mich diese beiden Bibliotheks-Nutzungs-Hemmnisse aus dem Weg räumen. Und sie würden mich davon abhalten, Bücher zu kaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne der Verlage ist. In meinem Sinne (als angehender Bestseller-Autor) ist es schon gar nicht..

EBooks mit einem passenden Lesegerät wären eine wunderbare Sache. Darin liegt aber gleichzeitig das Dilemma. Wenn ich eBooks kaufen kann, muss ich sie auch ausleihen können. Sonst macht das System Bibliothek keinen Sinn mehr. Wenn ich sie aber jederzeit leihen kann, ohne bei der Verfügbarkeit oder dem Zustand Einschränkungen hinnehmen zu müssen und ohne, dass es mich Geld kostet, warum sollte ich sie dann noch kaufen? Und wenn ich sie nicht mehr kaufe, warum sollte sie dann noch jemand produzieren?

Eine Möglichkeit wäre sicherlich, die Verleihpraxis von EBooks gegenüber Büchern zu ändern. Natürlich könnte man die Anzahl gleichzeitigen Ausleihen eines EBooks künstlich beschränken. Oder man könnte eine Premium-Ausleihe erfinden, mit der die Mehrfachausleihe möglich wird und das Ganze entsprechend bepreisen. Aber ist das auch im Sinne der Bibliotheken sinnvoll? Ich denke, dass muss man ganz eindeutig mit nein beantworten. Oder wird es am Ende so sein, dass man EBooks überhaupt nicht ausleihen kann, sondern nur vor Ort einsehen? Das klingt zunächst sehr absurd, wären doch EBooks prädestiniert dafür, von jedem Ort der Welt zu jeder Zeit eingesehen zu werden. Aber es könnte so kommen.

Es mag sein, dass der Endverbraucher (= Leser) Vorteile durch EBooks hat. Es ist aber auf jeden Fall so, dass die literarische Welt in all ihren Zusammenhängen dadurch noch komplizierter wird. Ich bin mir allerdings sicher, dass dafür Lösungen gefunden werden. Ob diese Lösungen dann allerdings noch immer die Vorteile für den Verbraucher im Blick haben, wage ich zu bezweifeln.

Eine Frage, die mir in diesem Zusammenhang nicht aus dem Kopf will: Wäre ein Siegeszug von EBooks eigentlich das gleichzeitige Ende von Druckkostenzuschussverlagen? Natürlich nicht in dem Sinne, dass sie dann Produktionskostenzuschussverlage genannt werden müssten. Aber ein EBook ist eben für jeden schnell, einfach und kostengünstig herzustellen.

Chuck Palahniuks “Snuff” und der moderne amerikanische Familienroman.

Warten auf Ms “Right” – Chuck Palahniuks “Snuff” und der moderne amerikanische Familienroman : literaturkritik.de.

oh.oh. Da verreißt jemand einen Autor aus meiner persönlichen Top5-Liste. Welche Unverschämtheit. Auch wenn ich die deutsche Übersetzung noch nicht gelesen habe, unterstelle ich Herrn Weber, dass er sich mit Palahniuk und seiner Welt nicht wirklich auseinandergesetzt hat.

Palahniuk behauptet von sich, er sei nur ein Aufschreiber von Geschichten, die das Leben schreibt. Er sammelt skurrile Begebenheiten und verarbeitet sie. Dazu gesellen sich Palahniuk-typische Randinformationen, die von unnützen Allgemeinwissen bis zur Wer-wird-Millioniär-Millionenfrage-Antwort reichen. Genau dieses Rezept hat er auch in Snuff angewendet. Das Palahniuk deswegen ausgebrannt ist, wie Herr Weber es behauptet, kann ich so nicht nachvollziehen.

Palahniuk hat meiner Meinung nach eine sehr spezielle Zielgruppe. Fightclub hat durch den – zu Recht – sehr populären Film Erwartungen an Palahniuk gerichtet, die dieser gar nicht erfüllen möchte. Liest man Fightclub nach den anderen Palahniuk Werken, so stellt man gar keinen so großen Unterschied in deren Qualität fest. Macht man es andersherum ist man eventuell enttäuscht.

Was ich an Palahniuk so schätze ist die ungewöhnliche Herangehensweise an die Geschichten. Es sind keine typischen Romane in (von Lektoren) festgelegten Strukturen. Es sind andere Blickwinkel die Palahniuk sich zu Nutze macht und seine Leser auf teilweise abenteuerliche Reisen mitnimmt. Wenn sie denn wollen.

Abgesagt: Uwe Tellkamp liest aus seinem Buch „Der Turm”.

Der Termin musste leider abgesagt werden.

Uwe Tellkamp liest im Rahmen der Reihe “Lesezeichen – Literatur live in Tegel” aus seinem Buch „Der Turm”.

Datum: Mittwoch, 10. Dezember 2008
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Humboldt-Bibliothek, Karolinenstr. 19, 13507 Berlin
Eintritt: 7,00 €