Archive for November, 2008

Kurgefundenes: Kubanische Bücher mit mehr Sex als Liebe, Cornelia Funke zum Filmstart von Tintenherz, Murp!, Die Zukunft des Buches.

Es ist kalt, es ist feucht, es ist alles doof. Was ist das? Richtig: Freitag!

Was mir heute trotzdem wichtig ist:

Das Spiel des Engels. Mein Eindruck von der Carlos Ruiz Zafón Lesung in Berlin am 26.11.2008.

Eintrittskarte für Carlos Ruiz Zafón Lesung im Berliner Babylon Kino

Ich muss gestehen, dass ich Senior Zafóns Werke gar nicht kenne. Ich bin auf der Internetseite des S.Fischer Verlages über das Gewinnspiel zu dem neuen Zafón Buch regelrecht gestolpert und habe mitgemacht, weil ich die Inhaltsangabe des Buches interessant fand. Das ich nun statt des Buches zwei Eintrittskarten für die Lesung gewonnen habe, brachte mich gestern abend mal wieder in das Berliner Babylon-Kino zu einer Literatur-Live Veranstaltung.

Die Dame vom S.Fischer-Verlag, mit der ich wegen meinen Eintrittskarten telefonierte, hatte zwar erwähnt, dass die Veranstaltung ausverkauft sei, wirklich geglaubt hatte ich das allerdings nicht. Ich war demzufolge sehr überrascht, dass bereits vor dem Eingangsbereich ein sehr großer Andrang herrschte, der sich im Vorraum des Kinos noch verstärkte.

Meine Begleitung hatte mich versetzt. Aus gutem Grund, wie ich hier versichern kann, aber dennoch blieb ich alleine. Das war gleich doppelt schade, denn zum einen musste ich auf die geplante, angenehme Gesellschaft verzichten und zum anderen wäre es mir unangenehm gewesen, wenn durch meine Schuld ein Platz in einer ausverkauften Ausstellung leer geblieben wäre. Kurzerhand hielt ich Ausschau nach einzelnen Personen vor dem Kino. Allerdings hatten alle bereits eine Karte oder kauften gerade eine von einer windigen Gestalt einen Mann, der sich offenbar in der Menge der gekauften Karten vertan hatte. Bei diesem Mann machte ich mich dann sehr beliebt, in dem ich seiner letzten Kundin anbot, ihr meine Über-Karte zu schenken. Read More…

Fürchterliche Wörter #7.

Heute: unschön.

Liebes unschön,

was hat man Dir nur angetan? Einst warst Du ein Adjektiv, eins der positiven. Beschriebst Du doch einen Zustand, den viele für erstrebenswert halten. Schön sein. Gut, man könnte Dir vorhalten, dass Deine Beschreibungskunst nur relativ ist und immer im Auge des Betrachters liegt. Aber das ist doch noch lange kein Grund Dich so einfach zu negieren und diese schreckliche UNsilbe vor Dich zu setzen.

Damit hat man Dich nicht nur zu einem negativen Adjektiv gemacht, man hat Dich auch noch häßlich und stelzig gemacht. Liebes unschön, es sei Dir versichert, dass ich es niemals war, der Dich benutzte. Es ist sozusagen nicht meine Schuld, dass es Dich gibt und ich Dir deshalb sagen muss: In meinem Text wirst Du niemals stehen! Geh, versteck Dich im Duden ganz hinten. Oder noch besser: Stelle doch gleich einen Antrag auf Austragung!

Auf nimmer Wiedersehen.
Dein
og.

Fürchterliche Wörter #6.

Heute: augenscheinlich.

Liebes Wort,

Ich muss Dir leider sagen, dass  Du hässlich bist. Hässlich wie Dieter Bohlen das Entlein vor dem Make-Up. Du bist hässlich, weil Du einen Text nicht schmücken kannst. Dabei bist Du so ein praktisches Wort- beschreibst kurz und knapp die Lage, ohne zu erwarten, dass man Dir noch helfende Beiwörter danebenstellt. Aber Du schmückst eben nicht.Du bist stelzig und lässt die Zunge holpern.

Sei trotzdem nicht verzagt, liebes augenscheinlich, denn Du hast einen Zweck. In Polizeiprotokollen und Tatortberichten wirst Du immer einen wertvollen Platz haben.

Aus meinem Text habe ich Dich allerdings heute und für allemal gestrichen.

Herzlichst Dein

og

Coffee on Demand kannte ich ja von Tchibo. Aber BoD? Update.

Eine neue Tchibo Welt: Book on Demand vom Kaffee-Röster. Gut, der Laden verkauft nur einen Gutschein für eine BoD Veröffentlichung. Aber dennoch finde ich die Zusammenstellung von Kaffee und Buch zumindestens interessant. Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass ich von den ganzen BoD-Diensten nicht viel halte und finde es sehr “geschäftstüchtig”, dass die Herren und Damen von BoD sich diesen Weg erschlossen haben. Hoffentlich fallen Ihnen nicht zuviele verzweifelte Autoren in die Hände.

Tchibo – Jede Woche eine neue Welt. (via)

Update: Der liebe Herr Bosch weist gerade im Kommentar darauf hin, dass das Literaturcafé schon entsprechende Aufklärungsarbeit geleistet hat:

Übrigens sind sich die beiden Kooperationspartner aus der Buch- und Kaffeewelt näher als vermutet: sowohl der Buchgroßhändler Libri, zu dem BoD gehört, als auch der Kaffeeanbieter Tchibo gehören ganz oder in Teilen der Herz-Familie. Zur Gruppe gehören beispielsweise auch Klebstoffhersteller Tesa und das Modelabel Escada.

Weihnachtsgeschenk-Tipp für Schreibende #14. Der freie Tag.

Meine kleine Weihnachtsgeschenk-Tipp Reihe möchte ich heute fortsetzen mit einem weiteren günstigen Geschenktipp. Dieser ist sogar kostenneutral, dafür allerdings nur etwas für Menschen, die in Beziehungen mit Alltagsverpflichtungen (sprich Kinder) leben. Schenkt Eurem Liebstem bzw. Eurer Liebsten einen freien – aber zweckgebundenen Tag. Schickt sie in die Bücherei. Lasst sie arbeiten, entdecken und genießen. Und empfangt sie nach ihrer Rückkehr mit Kaffee und Kuchen. Dazu könnte man einen einlösbaren Gutschein zum Beispiel für 12 Bibliotheksnachmittage basteln.

Gut, dieser Tipp mag jetzt ein wenig aus der eingeschränkten Sicht eines Mehrmehrlingsvaters stammen, dessen Einbindung in die Familienpflichten vielleicht über denen eines Einlingsvaters hinausgeht, aber ich kann mir dennoch gut vorstellen, dass sich auch Andere über ein solches Geschenk freuen.

Autorinnen-Selbst-Marketing.

Die Tagesfunde sind “gerade raus”, da entdecke ich bei twitter den neuen blog-Eintrag von writingwoman Petra Bauer: An Weihnachten denken – signierten Krimi verschenken!. Wow! Denke ich und referenziere in Gedanken all die Kapitel in Autorenratgebern und die Beiträge im Tempest, die sich um die Selbstvermarktung von Autoren drehten. Ihre Idee, liebe Frau Bauer, ist warlich nicht schlecht. Und ohne mich hier anbiedern zu wollen oder in den Verdacht zu geraten, mich für zu viele Details Ihrer Einkommenssituation zu interessien, würde ich mich brennend für ein nachweihnachtliches Fazit zu Ihrer Aktion interessieren.

So von einem Waldende zum anderen. Quasi.

Gefunden: Clement, Bio-Obst, Kinderfrühling, babylonische Briefe, Palinsche Ghostwriter, Bushido und eBooks zum download.

    Mit zitternden Fingern nehme ich zur Kenntnis, dass Clement aus der SPD ausgetreten ist. Ich schließe das Fenster und mir wird wieder warm. Wurde aber auch Zeit.

    Ein kalter Lufthauch hat mir den Hals verkratzt. Schon wieder. Sind zehn Wochen Dauererkältung irgendwie beunruhigend? Vielleicht sollte ich meine Ernährung von dem vermeintlich-gesunden Bio-Obst wieder auf Discounter-Ware umstellen. Es könnte sein, dass mein Körper ohne die ganze Schadstoffe doch nicht so gut zurecht kommt. Nun aber zu den Pagetons:

    • Über den Frühling und so. “Kind” schreibt über Sex und es verkauft sich auch noch. Befremdlich.
    • Lokaltermin: Carlos Ruiz Zafón liest am 26.11.2008 im Berliner Babylon Kino aus seinem neuen Buch “Das Spiel der Engel.” Abgesehen davon, dass ich das Babylon als Veranstaltungsort sehr schätze, hat mir der S.Fischer Verlag geschrieben, dass ich bei einem Gewinnspiel zwei Eintrittskarten für diese Veranstaltung gewonnen hätte. Schön hätte ich gefunden, wenn man mir auch geschrieben hätte, wann und wo die Veranstaltung stattfindet und wie ich zu den Karten komme. Wenn nichts dazwischenkommt und ich herausbekomme, wie ich an die beiden Eintrittskarten komme, werde ich dort hingehen.
    • Sarah Palin soll ein Buch geschrieben bekommen schreiben. Ghostwriter würden ihr bereits die Tür einrennen. Ich meine ja, es gibt für alles eine Zielgruppe. Das Bohlen-Buch hat ja auch keiner gekauft.
    • Zur Rechtschreibung von Eigennamen.
    • Die Biografie von Bushido soll verfilmt werden. Naja. B. braucht wahrscheinlich das Geld, um den bevorstehenden Rechtsstreit um geklaute inspirierte Musik zu bezahlen.
    • Drömer-Knaur lässt die (Buch-) Hüllen fallen und bietet 100 “Spitzentitel” als PDF eBook zum (kostenpflichtigen) download an. Jetzt fehlt nur noch der iReader zum “Glück” (Man beachte bitte unbedingt, den so sehr schönen doppeldeutigen letzten Satz. Der ist genauso doppeldeutig gemeint, wie er geschrieben wurde und weil ich auf die unterschwellige Doppeldeutigkeit so stolz bin, habe ich hier noch einmal ausdrücklich erwähnt, dass der Satz doppeldeutig ist.).

    Hass.

    Sagen wir mal so. Wenn ich denjenigen erwische, der hier in der Umgebung dafür gesorgt hat, dass wir keinen Strom mehr hatten, während ich gerade meine erste Meinung zu dem Schreibratgeber von Joyce Carol Oates schrieb, dann gibt es mindestens Stoff für einen Krimi. Ab 18!

    Heute gefunden: Freie lesungen, Kräche, Plott-Tipps, Sex im Osten, Lektorentelefonate, Online Bibliotheken und Tageswörter.

      Gut. Der progostizierte Wintereinbruch blieb für Berlin bislang aus. Das könnte bedeuten, dass mein Heimweg heute sehr viel entspannter wird, als bisher gedacht. Schlecht. Weil die Kinder sich SOOO auf den Schnee gefreut haben. Und ich habe an dieser Stelle ganz bewusst auf das nennen des Schneekönigs verzichtet. Und außerdem habe ich (wenn ich nichts übersehen habe) es tatsächlichg geschafft, die selbst einberufene ‘also-freie-Woche’ einzuhalten. Also ich muss sagen, dass mich das freut.

      Was ich in den Pagetons gefunden haben, findet sich hier: