Literaturpreis für Herr Hein und mein Leben davor.


An solchen Tagen merke ich mal wieder schmerzlich, dass mein Interesse für Literatur im engeren Sinne erst sehr spät erwacht ist.

Einen großen Teil der Verantwortung für dieses Späterwachen trägt mit ziemlicher Sicherheit mein Deutschlehrer. Weil mir nichts anderes einfiel und jeder Schüler – der sich auf den Weg zum Abitur machen wollte -  genötigt wurde zwei Leistungskurse zu wählen, wählte ich intuitiv Deutsch.

Im Nachhinein betrachtet eigentlich keine so schlechte Wahl, wenn man überlegt, was ich aus dieser Wahl alles hätte machen können. Doch zwei Dinge standen diesem Mehrwert entschieden entgegen. Zunächst einmal natürlich ich selber. Meine Interessen hatten sich zu der Zeit auf alles mögliche eingestellt, nur nicht auf Schule. Ich schwärmte für den Amiga, Hip-Hop, Graffiti und Mädchen. Im Nachhinein betrachtet, konnte ich allerdings nur mein Interesse für den Amiga mit Leben befüllen, was u.a. auch an dem zweiten Grund lag, aus dem ich dem Deutsch LK keinen Mehrwert abringen konnte. Ich bin fett war ein wenig pummelig.

Und was hat das alles nun mit meiner Literaten-Karriere zu tun? Nun, mein LK Lehrer war vorher lange Jahre auch mein Sportlehrer gewesen. Und wenn Olli zu einer benoteten Turnübung antrat, stand schon vor dem ersten Schritt eine 4 im Lehrerheft. Einerseits war es fair. Mehr war an sich nicht zu erwarten und wenn man z.B. eine Note für das Am-Seil-Hochkrabbeln bekommen hätte, ich hätte eine 5 verdient gehabt. Keine 6, weil ich es zu mindestens versucht habe – aber eine 4 war nicht gerechtfertigt. Andererseits hätte es ja auch passieren können, dass ich plötzlich und unerwartet zur Sportskanone mutiert wäre.

Wie genau es kam, weiß ich gar nicht mehr. Aber irgendwie war es so, dass Herr Lehrer Schimpf (* Schimpf ist eine lächerliche Verfremdung) seine Notengebungs-Angewohnheit in den Deutschunterricht übernahm. Und da es mir schon immer schwer fiel, mich zu motivieren, wenn es nichts zu erreichen gab, hatten wir wohl so etwas wie eine Vereinbarung. Ich will dem Schimpf gar nicht vorwerfen, dass er diese Vereinbarung in der Abi-Prüfung gebrochen hat. Es war halt ein unglücklicher Umstand, dass er ein anderes Thema ausgesucht hat, als ich erwartet hatte. Und das ich das nun thematisierte Buch weder dabei hatte noch jemals gelesen hatte trug auch seinen Teil dazu bei, dass das mit der 4 nichts mehr werden konnte.

Worauf ich hinaus will, ist der Walter-Hasenclever-Literautrpreis. Den bekommt in diesem Jahr ein Christoph Hein. Ich finde diese Information durchaus interessant, nur habe ich von keinem der dreien jemals etwas gehört.

Ich habe noch viel nachzuholen.

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